{"id":448,"date":"2013-05-19T17:29:08","date_gmt":"2013-05-19T15:29:08","guid":{"rendered":"http:\/\/archiv.hackmann.de\/KnabstrupperMetro\/?page_id=448"},"modified":"2013-05-19T18:56:39","modified_gmt":"2013-05-19T16:56:39","slug":"historie-des-knabstruppers","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/knabstrupper.com\/?page_id=448","title":{"rendered":"Historie des Knabstruppers"},"content":{"rendered":"<p>Vergessen Sie alles, was Sie bisher \u00fcber Knabstrupper geh\u00f6rt oder gelesen haben! Es gibt wohl kaum eine Rasse, \u00fcber die so viele Halb- oder auch Unwahrheiten verbreitet wurden wie \u00fcber die Knabstrupper.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/archiv.hackmann.de\/KnabstrupperMetro\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/hist1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-452\" alt=\"hist1\" src=\"http:\/\/archiv.hackmann.de\/KnabstrupperMetro\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/hist1.jpg\" width=\"180\" height=\"181\" srcset=\"http:\/\/knabstrupper.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/hist1.jpg 180w, http:\/\/knabstrupper.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/hist1-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>Die Knabstrupper stammen weder von einer Stute ab, die eigentlich h\u00e4tte geschlachtet werden sollen, noch sind sie Kaltbl\u00fcter wie die getigerten Pinzgauer oder typische Westernpferde wie die getigerten Appaloosas. Die Knabstrupper sind vielmehr eine Farbvariante der einst weltber\u00fchmten d\u00e4nischen Frederiksborger, die typ- und blutm\u00e4\u00dfig auf dem d\u00e4nischen Gut Knabstrup weitergez\u00fcchtet wurden und daher ihren Namen erhielten.\u00a0\u00a0Was aber macht nun einen Knabstrupper aus? Das ist auf den ersten Blick nat\u00fcrlich die Tigerscheckenf\u00e4rbung, wobei man zwischen 5 Grundvarianten unterscheidet. Das Wei\u00df der Tigerschecken basiert auf komplizierten genetischen Anlagen, aber man kann es sich vereinfacht als einen wei\u00dfen ,,Mantel&#8220; oder als wei\u00dfe ,,Decke&#8220; vorstellen, die \u00fcber ein Pferd beliebiger Farbe gezogen ist. Befinden sich L\u00f6cher in diesem Mantel. so sieht man die darunter liegende Farbe als Flecken. So entstehen die 5 Varianten:<\/p>\n<p>1. der Volltiger: Nehmen wir an, die Grundfarbe eines Volltigers w\u00e4re braun, 4 x schwarz bestiefelt. Dann w\u00e4ren \u00fcber den ganzen K\u00f6rper braune Flecken verteilt, w\u00e4hrend die Flecken an den Beinen schwarz w\u00e4ren sowie auch schwarze Streifen in M\u00e4hne und Schweif vorhanden sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>2. der Wei\u00dfgeborene: Bei einigen Tieren sind die Gene, <a href=\"http:\/\/archiv.hackmann.de\/KnabstrupperMetro\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/hist2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-454\" alt=\"hist2\" src=\"http:\/\/archiv.hackmann.de\/KnabstrupperMetro\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/hist2.jpg\" width=\"180\" height=\"134\" \/><\/a>die den ,,Mantel&#8220; vererben, so\u00a0 stark, da\u00df der Mantel keine L\u00f6cher (= Flecken) hat. Das Pferd ist dann ganz wei\u00df und wird &#8211; im Gegensatz zum Schimmel &#8211; auch bereits wei\u00df geboren. Nach dem amerikanischen Forscher Schwink sind die Pferde Homozygoten, d.h. starke Vererber.<\/p>\n<p>3. der Schabracktiger: Ist die Erbmasse weniger stark, so ist der Mantel nicht vollst\u00e4ndig und liegt dann meistens nur \u00fcber der Kruppe, w\u00e4hrend der vordere Teil des Pferdes einfarbig ist. Die Decke \u00fcber der Kruppe kann wie beim Volltiger durchl\u00f6chert sein oder l\u00fcckenlos wie beim Wei\u00dfgeborenen.<\/p>\n<p>4. der Schneeflockentiger: Es kommen Pferde vor, bei denen nur Fragmente des ,,Mantels&#8220; \u00fcbriggeblieben sind. Diese verteilen sich \u00fcber den K\u00f6rper als wei\u00dfe Flecken auf der Grundfarbe.<\/p>\n<p>5. der Einfarbige: Es k\u00f6nnen auchTiere ohne jegliche Spur eines ,,Mantels&#8220; vorkommen. Diese k\u00f6nnen die Tigerscheckengenetik rezessiv in sich tragen. Alle anderen Variationen haben keine direkte Verbindung zur Vererbung der Tigerscheckengenetik. Um uns ein besseres Bild von dem urspr\u00fcnglichen Knabstrupper machen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir uns ein wenig mit seiner Geschichte besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Die konsequente Zucht von Tigerschecken in D\u00e4nemark begann mit dem k\u00f6niglichen Gest\u00fct Frederiksborg, das 1536 gegr\u00fcndet wurde, nachdem viele kirchliche Gest\u00fcte durch die Reformation in den Besitz des K\u00f6nigs gefallen waren. Dort verwandte man <a href=\"http:\/\/archiv.hackmann.de\/KnabstrupperMetro\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/hist3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-455\" alt=\"hist3\" src=\"http:\/\/archiv.hackmann.de\/KnabstrupperMetro\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/hist3.jpg\" width=\"180\" height=\"184\" \/><\/a>Pferde, die entweder direkt aus Spanien importiert wurden oder spanischen Blutlinien entstammten. Diese Pferde entsprachen den damaligen Anforderungen an ein Kriegspferd am besten, da sie durch eine Ausbildung bis zur Hohen Schule im Nahkampf am rittigsten\u00a0 waren,\u00a0 nachdem\u00a0 die Schlachtr\u00f6sser der Ritter durch die Erfindung von Schie\u00dfwaffen verdr\u00e4ngt worden waren. In ganz Europa entstanden zu dieser Zeit Reitakademien, wo die F\u00fcrsten und Adeligen ihre Pferde bis zur h\u00f6chsten Vollendung ausbildeten. Entsprechend\u00a0 erbl\u00fchten\u00a0 auch\u00a0 die Gest\u00fcte zur Zucht solcher Pferde. Frederiksborg war bald eine der f\u00fchrenden Zuchten in Europa und wurde Mitbegr\u00fcnder anderer bekannter Zuchten, wie z.B. Lipizza, Cordoba, Oldenburg und Hannover. \u00a0 Die Tigerschecken erlebten ihren H\u00f6hepunkt in der Barocke, da sie bestens dazu geeignet waren, die Lebenslust und Farbenfreude der barocken\u00a0 F\u00fcrsten\u00a0 darzustellen. Schon damals war es etwas Besonderes, einen Tigerschecken zu besitzen! Trotz aller Zuchtbem\u00fchungen in ganz Europa aber blieben die Tigerschecken eine kostbare Seltenheit, da die Z\u00fcchter damals h\u00e4ufig wei\u00df mit wei\u00df verwechselten und so ein genetisches\u00a0 Chaos schufen, wodurch die meisten Zuchtversuche scheiterten.\u00a0 In\u00a0 D\u00e4nemark\u00a0 aber gelang es, einen Tigerscheckenstamm zu schaffen, der durch Reinzucht\u00a0 bald\u00a0 wei\u00dfgeboren\u00a0 wurde (siehe Farberkl\u00e4rung). Pferde aus diesem Stamm geh\u00f6rten zu den begehrtesten in Europa; sie wurden nicht nur vor die goldenen Kutschen gespannt, sondern waren auch h\u00e4ufig\u00a0 die\u00a0 Lieblingsreitpferde\u00a0 der K\u00f6nige und Kaiser und trugen diese zu ihren Kr\u00f6nungen.<\/p>\n<p>Den Todessto\u00df erhielten die barokken Pferderassen, und damit auch die Frederiksborger, durch Napoleon, der einfache B\u00fcrger und Bauern als Soldaten rekrutierte. Die geringen Reitkenntnisse dieser Soldaten verlangten nach Massen von geradeauslaufenden, einfarbigen Pferden. Den Kampf von Mann zu Mann gab es nicht mehr unddie Reitkunst der Hohen Schule wurde zu einem Freizeitvergn\u00fcgen f\u00fcr F\u00fcrsten und Gentlemen.<\/p>\n<p>Neben dem gro\u00dfen k\u00f6niglichen Gest\u00fct Frederiksborg gab es aber auch private Z\u00fcchter, die auch Tiere aus dem k\u00f6niglichen Gest\u00fct aufkauften. 1798 gelangten so einige Stuten von Frederiksborg in den Besitz von Major Villars Lunn nach Knabstrup. Sein Sohn W. Lunn schreibt 1855 \u00fcber diesen Mann, der der Gr\u00fcnder der Knabstrupperzucht wurde: Mein Vater war kein Erneuerer, sondern ein Bewahrer des alten Typs und versuchte immer, solche Stuten zu kaufen, die in seinen Stamm hineinpa\u00dften.<\/p>\n<p>In diesem Sinne kaufte Villars Lunn auch bei einem Pferdeh\u00e4ndler und Schlachter namens Flaebe eine getigerte Stute, die als<\/p>\n<div id=\"attachment_449\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/archiv.hackmann.de\/KnabstrupperMetro\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/hist4_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-449\" class=\"size-full wp-image-449\" alt=\"Dieses Bild stammt aus dem Deckengem\u00e4lde der Kirche in Skibby auf Seeland in D\u00e4nemark es stammt aus dem Jahre 1065 und zeigt die Lebensfreude 3 junger K\u00f6nige mit tigergescheckten Pferden, Jagdhunden und Falken.\" src=\"http:\/\/archiv.hackmann.de\/KnabstrupperMetro\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/hist4_01.jpg\" width=\"225\" height=\"138\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-449\" class=\"wp-caption-text\">Dieses Bild stammt aus dem Deckengem\u00e4lde der Kirche in Skibby auf Seeland in D\u00e4nemark es stammt aus dem Jahre 1065 und zeigt die Lebensfreude 3 junger K\u00f6nige mit tigergescheckten Pferden, Jagdhunden und Falken.<\/p><\/div>\n<p>Flaebestute in die Geschichte einging. Die Stute war ihm durch ihre besondere Leistungsf\u00e4higkeit\u00a0 aufgefallen.\u00a0 1813 bekam die Stute von dem L\u00f6venborger Hengst Baeveren ein Fohlen, den ,,Flaebehengst, durch den in D\u00e4nemark wieder Tigerschecken in gr\u00f6\u00dferer Anzahl geboren wurden. Der Flaebehengst war rein spanisch gezogen, seine Mutter war mit den spanischen Truppen Napoleons nach D\u00e4nemark gekommen und auch sein Vater war spanischer Abstammung.<\/p>\n<p>An\u00a0 einem\u00a0 Sommerabend\u00a0 1891 schlug w\u00e4hrend eines Unwetters der Blitz auf Gut Knabstrup ein und 22 Zuchttiere starben in den Flammen. So erlosch die Tigerscheckenzucht auf Gut Knabstrup. Die damals fast 100-j\u00e4hrige\u00a0 Zuchtgeschichte\u00a0 des Gutes hatte aber solche Spuren hinterlassen, da\u00df 1952 vom Landgerichtsanwalt Ledager mit wenigen Nachkommen wieder ein Knabstruppergest\u00fct gegr\u00fcndet werden konnte. Aber erst 1972 wurde in D\u00e4nemark ein landesdeckender Verband f\u00fcr die Knabstrupperzucht gegr\u00fcndet. Die Rasse besteht deshalb auch heutzutage nur noch aus wenigen hundert Zuchttieren, in denen sich die genetischen \u00dcberreste der getigerten Pferde\u00a0 aus\u00a0 D\u00e4nemark\u00a0 erhalten haben. In D\u00e4nemark versucht man heute auf dieser Basis ein Reitpferd zu z\u00fcchten, da\u00df den Anforderungen an ein modernes Sportpferd gerecht werden soll. Die meisten der alten Blutlinien wurden aufgel\u00f6st oder verkauft, vorwiegend nach Deutschland. Die Interessengemeinschaft Knabstrupper Deutschland hat deshalb ein Zuchtprogramm\u00a0 entwickelt,\u00a0 da\u00df sowohl dem Sporttyp als auch dem barocken Typ des Knabstruppers eine z\u00fcchterische Basis gibt. Verschiedene d\u00e4nische Hippologen wie auch der d\u00e4nische Verein zur Erhaltung alter Haustierrassen haben die Hoffnung ge\u00e4u\u00dfert, da\u00df es den deutschen Z\u00fcchtern gelingen m\u00f6ge, dieses alte d\u00e4nische Kulturgut zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vergessen Sie alles, was Sie bisher \u00fcber Knabstrupper geh\u00f6rt oder gelesen haben! Es gibt wohl kaum eine Rasse, \u00fcber die so viele Halb- oder auch Unwahrheiten verbreitet wurden wie \u00fcber die Knabstrupper. Die Knabstrupper stammen weder von einer Stute ab, die eigentlich h\u00e4tte geschlachtet werden sollen, noch sind sie Kaltbl\u00fcter wie die getigerten Pinzgauer oder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":406,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-448","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/knabstrupper.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/448"}],"collection":[{"href":"http:\/\/knabstrupper.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/knabstrupper.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/knabstrupper.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/knabstrupper.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=448"}],"version-history":[{"count":10,"href":"http:\/\/knabstrupper.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/448\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":529,"href":"http:\/\/knabstrupper.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/448\/revisions\/529"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/knabstrupper.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/406"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/knabstrupper.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}